Semperdepot in Wien. Das Thema: Utopien. Der Höhepunkt der Performance, ja der ganzen Abendveranstaltung stand knapp bevor. Der ungarische Künstler Ben G. Fodor plante eine neue Horizontlinie auf die weiße Leinwand vor ihm zu zaubern. Doch plötzlich Unruhe, Verwirrung, Suche, verzweifeltes, später fassungsloses Umhergehen im Raum. Keine Rettung in Sicht.

Das Farbpigmentpulver, das mit einer Schnur als neue Horizontlinie der Zukunft aufgebracht werden sollte, war verschwunden. Unauffindbar! Ein Rätsel. Was zunächst wie das peinliche Ende einer Performance begann, nahm für mich eine spannende Wendung.

Wie sich herausstellte, hatten Kinder zuvor ahnungslos und naiv das offensichtlich schön anzuschauende Farbpulver im guten Glauben einfach mitgenommen. Und uns Erwachsenen, den sorgsam geplanten neuen Horizont einfach versteckt.

So blieben wir Zuschauer trotz Planung und Vorbereitung, ganz ohne neue Zukunft, ohne neuen Horizont zurück. Genial!

In der Ferne höre ich jetzt das freche Lachen der Kinder, die mit so sorgsam ausgedachten Konzepten brechen und  die Welt spontan bunt anmalen. Ohne Plan, aber dafür mit umso mehr Freude, Leichtigkeit und kreativer Kraft.

Ein denkwürdiges und beglückendes Ende einer gelungen Veranstaltung zum Thema Utopien.

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